ZBC (1)Für unseren Teamfahrer Alexander ist die diesjährige Rennsaison auf dem Höhepunkt und mit der Zillertaler Bike Challenge und der Bike Transalp stehen die großen mehrtägigen Mountainbike-Rennen an…

Nach meinem großartigen Erfolg vom letzten Jahr, wollte ich auch dieses Jahr wieder bei der Zillertal Bike Challenge an den Start gehen. Dies ist eines der wenigen Rennen, bei der es eine U23-Wertung gibt und das sogar mit Preisgeld.

Um mich perfekt auf das dreitägige Rennen vorzubereiten, reiste ich bereits am Montag ins Zillertal. Das Auto war vollgepackt mit Kisten an Ersatzteilen und Essen, sowie meiner MTB´s. Nachdem alles in der geräumigen Ferienwohnung verstaut war, dreht ich auch gleich noch eine Runde mit meinem Haibike, um die Beine zu lockern. Erstaunlich wie schnell man in den Bergen 500 hm fährt. Die Beine fühlten sich schon super an und so war ich sehr zuversichtlich für das bevorstehende Rennen, auch wenn die Konkurrenz wieder stark werden wird.

Die nächsten Tagen schaute ich mir die erste Etappe des Rennens genauer an, da diese zum Vorjahr stark geändert wurde. Nun ist diese länger und rollte nicht mehr so leicht. Sonst folgten die Tage stark dem Schema „Train – Eat – Sleep – Repeat“. Daran könnte man sich echt gewöhnen, vor allem hat man bei jeder Tour einen grandiosen Ausblick.

Donnerstag war es dann soweit – ich holte mir meine Startnummer für die nächsten drei Tage – 254 war die Zauberzahl und ich war gespannt, ob mir diese Zahl auch Glück bringen wird. Nach dem Fahrermeeting war ich gefühlt perfekt vorbereitet für das morgige Rennen. Das Wetter sollte ja auch super werden.

ZBC (3) Tag 1: Fügen – Zell am Ziller
Es war endlich so weit – die Vorbereitungen der ganzen Monate sollten heute ihre Wirkung zeigen. Es standen 71 km und über 2000 Höhenmeter auf dem Programm. Der Startschuss fiel und die Starter aller Distanzen gingen gleichzeitig auf die Strecke. Erstaunlich leicht konnte ich relativ weit vorne mitfahren. Ein gutes Gefühl neben Kristian Hynek und Markus Kaufmann fahren zu können. Am ersten richtig langen Anstieg ging es aber schon zügiger zur Sache. Es ging eine kleine Lücke zwischen den Vollprofis vorne und der Verfolgergruppe mit mir an der Spitze auf. Auf halber Distanz zur Seilbahn, mit der wir von der Mitteldistanz fahren dürfen, teilte sich die Strecke und die Langdistanz fuhr nach rechts weg. Ab da war das Fahrerfeld deutlich kleiner und ich fuhr alleine weiter bergauf. Jeweils 30 s fehlten nach vorne und hinten und so ging ich als 4. in die Seilbahn. Es ging durch ein paar Wolken auf über 2000 m Höhe und danach über lange Schottergeraden und Serpentinen weiter nach unten. Im nächsten Gegenanstieg hakelte die Schaltung kurz – ich dachte es war nur ein Stein der sich verfangen hatte. Später im nächsten kleinen Anstieg kamen dann die ersten der Langdistanz von hinten – man sind die schnell! Dabei verlor ich auf einmal meine Kette vorne. Das Kettenblatt hatte sich gelöst, denn ich habe zuvor zwei Kettenblattschrauben verloren. Die vorhanden Schrauben schraubte ich wieder notdürftig fest und an der nächsten Verpflegungsstelle konnte ich mir ein Multitool von Team Topeak Ergon leihen, um die Kettenblattschrauben zu kontern. Danach ging es deutlich angefressen weiter runter ins Tal. Bei jedem Tritt auf der Geraden verbog sich das Kettenblatt, aber ich machte weiter, um nicht zu viel Zeit zu verlieren. Im nächsten Anstieg konnte ich dann endlich meine fehlenden Kettenblattschrauben ersetzen, wodurch ich die bevorstehenden 1500 hm in Angriff nehmen konnte. Nach einer rasanten Abfahrt, bei der ich aber nichts riskierte, ging es ins Ziel in Zell am Ziller und ich konnte den 2. Platz verbuchen. Toll war auch, dass ich im Zielbereich bekannte aus Zittau traf, die mich motivierten und anfeuerten. Nun hieß es gut regenerieren, denn am nächsten Tag wartete das 2500 m hohe Übergangsjoch auf uns Fahrer.

Tag 2: Zell am Ziller – Mayrhofen
ZBC-(5)Der nächste Morgen startete wieder mit Sonnenschein, also beste Voraussetzungen für den steilen Anstieg mit 35% zum Übergangsjoch. Nachdem ich mich gemeinsam mit Benni warm gefahren habe, wollte ich mich in den Startblock stellen. Dabei gratulierte mir der Moderator doch tatsächlich zum Geburtstag, eine wirklich nette Geste. Dann schob ich mich neben die bekannten Gesichter relativ weit vor in den Startblock. Wir fuhren „neutralisiert“ zur Bergbahn. Oben angekommen fuhr ich gemütlich zur ersten Zeitmessmatte. Als diese überfahren wurde ging es mit ordentlich Druck nach oben – der Puls wollte aber noch nicht so richtig hoch. Es wurde mit jedem Höhenmeter steiler bis wir schlussendlich auf 2500 Meter Höhe 35% Steigung erreichten – da geht echt nur noch schieben. Es folgte eine schwierige Abfahrt durch diverse Schneefelder. Der Rest der Strecke war geprägt durch flowige Singletrails, Steile knackige Anstiege und eine weitere Seilbahn. Den Abschluss der Etappe bildete noch ein 8 km langes flachstück durch das Zillertal bis nach Mayrhofen. Ziemlich entkräftet kam ich im Ziel an, trotzdem konnte ich an diesem Tag den 2. Platz in der U23-Klasse halten, auch wenn der Vorsprung auf lediglich 1:33 min geschrumpft ist.

ZBC (4)Tag 3: Mayrhofen – Tuxer Fernerhaus (2770m)
Die abschließende Etappe wartete nochmal mit richtig steilen Anstiegen auf – es ging hinauf zum Tuxer Fernerhaus auf 2770 m Höhe!!! Der Start war wie immer hektisch und es ging wie am Tag zuvor ein ganzes Stück hoch mit der Seilbahn. Das Wetter war an diesem Tag durchwachsen, wodurch wir an der Bergstation erstmal durch Wolken fuhren. Im folgenden versuchte ich einfach das Hinterrad meines direkten Konkurrenten zu halten – das klappte auch echt gut. Bergab aber konnte er eine kleine Lücke aufreisen, die ich leider nicht mehr schließen konnte. Im finalen Anstieg hatte ich noch lange Blickkontakt, wodurch ich hoffte das mein Vorsprung vom Vortrag reichen könnte. Trotzdem lies ich nicht locker und fuhr voll am Limit!
Am Ende hat es noch für den dritten Platz in der U23-Kategorie und den sechsten Platz in der Gesamtwertung der Prince Kategorie mit ca. 150 Teilnehmern gereicht.

Nun freue ich mich schon auf die nächsten Rennen, denn ich zwei Wochen steht bereits die Bike Transalp vor der Tür.